Was tun, wenn die Demokratie versagt? Teil 3: Warum Neuorganisation an der Basis notwendig ist

Ein Schlüssel für Demokratie und Freiheit: Neuorganisation von der Basis aus! Dieser Beitrag stellt konkrete Lösungen vor.
Sonnenaufgang Weltraum Erde -Bild von Arek Socha auf Pixabay


Wieso „versagt“ die Demokratie eigentlich – und welche Lösungen kann es geben?
In Teil 1 und Teil 2 dieser Serie hatte ich ausführlich beleuchtet, was die Voraussetzungen für echte Demokratie, Frieden und Freiheit sind. Ich fasse kurz zusammen:

  1. Nur wenn Meinungsäußerungsfreiheit herrscht und wenn Wahlberechtigte wahrheitsgemäß informiert sind, können sie sinnvolle Entscheidungen treffen. Also brauchen wir neue Medien, die der Wahrheit verpflichtet sind.

  2. Wer das Geld kontrolliert, kontrolliert die Gesetze. Solange also Banken und Großkonzerne die Kontrolle über das Geld ausüben und Staaten sich bei Banken verschulden müssen, kann es keine Demokratie geben – nur eine Konzernherrschaft. Solange dieses Zinsgeldsystem existiert, kann es keinen Frieden und keine Gerechtigkeit geben. Die Gründe dafür sind in diesem Artikel erläutert sowie in dieser dreiteiligen Videoserie.
    Also brauchen wir ein staatliches, schuld- und zinsfreies Geldsystem.

  3. Um ein Auto zu fahren oder ein Flugzeug zu fliegen, braucht man ein gewisses Grundwissen. Für jeden Beruf braucht man eine Ausbildung. Also sollte politische Beteiligung in Zukunft wie ein Beruf behandelt werden: Denn um einschätzen zu können, welche Folgen bestimmte politische Ideen haben, braucht man Grundkenntnisse über politische, rechtliche und wirtschaftliche Zusammenhänge.
    Wenn man einer unwissenden Masse politische Entscheidungen überlässt, können keine sinnvollen Ergebnisse herauskommen.
    Also wäre ein sinnvoller Schritt, dass Menschen sich in Zukunft das Wahlrecht erarbeiten, indem sie sich die genannten Grundkenntnisse aneignen.

  4. Derzeit kommen bevorzugt solche Menschen in einflussreiche Positionen, die viel Ellbogen, einen überzüchteten Verstand und wenig Empathie haben. In Zukunft sollten also Mechanismen gefunden werden, um diese Negativauslese durch eine positive Auswahl zu ersetzen. Volksvertreter sollten durch ihren Lebenswandel bewiesen haben, dass sie i ehrlich und im Interesse der Allgemeinheit entscheiden bzw. handeln.

Wie schaffen wir das?

„Demokratische“ Mittel wie bundesweite Wahlen oder Volksentscheide kommen aus den beschriebenen Gründen nicht in Frage. Keine verfassunggebende Versammlung und kein Volksentscheid kann eine solche Veränderung herbeiführen, denn die dafür notwendigen Voraussetzungen sind nicht gegeben.

Also – was sonst tun?

Lasst uns die oben genannten Strukturen „von unten“ aufbauen! Von den Graswurzeln aus. Von den Gemeinden aus, von den Unternehmern und einzelnen Menschen aus.
Lasst uns ein neues Spielfeld neben dem alten aufbauen – mit neuen Regeln, neuem Geld und wahrhaftigen Medien. Dann werden immer mehr Menschen erkennen, dass sie gar nicht mehr im alten Spiel mitspielen müssen – und werden sich dem neuen anschließen.

Wir brauchen ZUERST wahrhaftige Medien, ein staatliches schuld- und zinsfreies Geldsystem und neue Entscheidungsstrukturen.
ZUERST brauchen wir mutige Pioniere: Gemeinden, Dorfprojekte, Unternehmer, Landwirte, alle freiheitsliebenden Menschen können zusammenarbeiten, um sich neu zu organisieren. So können sich immer mehr Menschen von alten Strukturen befreien – also sich z.B. von Abhängigkeiten vom alten Geldsystem lösen – und im neuen Spielfeld mitspielen.
DANN können wir immer mehr Menschen zum Mitmachen bewegen. Erst dann kann eines Tages ein Volksentscheid sinnvoll sein, so dass eine bessere Rechtsordnung flächendeckend eingeführt werden kann.

Neustrukturierung von unten: Wie könnte das nun konkret gehen?

Gemeinden und Dorfprojekte als Samen für die Neuorganisation


Jede Gemeinde hat das Recht auf Selbstbestimmung. In Art. 28 Abs. 2 des Grundgesetzes und in den Grundlagen der Kommunalverfassung ist enthalten: Jede Gemeinde hat das Recht, ihre eigenen Angelegenheiten in eigener Verantwortung zu regeln.

Wenn der gewählte Bürgermeister einer Gemeinde die Selbstverwaltung erklärt, bzw. wenn die Bürger einer Gemeinde sich in einem Bürgerentscheid eine eigene Satzung (Verfassung) geben, ergeben sich daraus vielfältige Möglichkeiten.

Die Chancen einer eigenen Währung

Gemeinden (oder ggf. auch Dorfprojekte oder Zusammenschlüsse von Gemeinschaftsprojekten) können eine eigene schuld- und zinsfreie Währung herausgeben und alle Unternehmen in der Gemeinde dazu verpflichten, diese anzunehmen und ihre Mitarbeiter damit zu bezahlen.
Ähnlich wie in Wörgl im 20. Jahrhundert schon geschehen („Wunder von Wörgl“). Alle Schulden der Gemeinde wären schnell zurückgezahlt, und sie hätte endlich den nötigen finanziellen Handlungsspielraum, um gemeinwohlförderliche Projekte zu ermöglichen, welche die Lebensqualität, Gesundheit und Zufriedenheit der Bewohner sprunghaft ansteigen lassen würden:

  • Umstellung von konventionell arbeitenden Landwirten auf Bio-Landwirtschaft;
  • Pflanzung einer essbaren Landschaft;
  • eigene Umweltrichtlinien;
  • Einrichtung von gemeindeeigenen Betrieben, welche Qualitätshandwerk wiederaufleben lassen und die wirklich umweltfreundliche Technologien umsetzen;
  • Einrichtung von Gemeinschaftshäusern;
  • Neuartige Lernorte, wo Kinder in Freiheit aufwachsen und das lernen können, was sie für ein glückliches Leben brauchen;
  • Einrichtung eines ganzheitlichen Gesundheitszentrums;
  • …und vieles mehr.

Die Verbreitung einer neuen schuld- und zinsfreien Währung ist ein wichtiger Schlüssel, um heutige soziale, ökologische und gesundheitliche Probleme an der Wurzel zu packen und echte Veränderung zu ermöglichen. Warum, ist in diesem Beitrag genauer beschrieben.

Die Chancen eines gemeindeeigenen Gesundheitswesens

Gemeinden können eine gemeindeeigene Gesundheitskasse, eine eigene Rentenkasse usw. einrichten.
Das hätte riesige Vorteile – für die Gemeinde und für die Bewohner:

Bisher fließen Krankenkassenbeiträge zu privaten Unternehmen. Also verdienen diese Unternehmen – sowie die Pharmaindustrie – am meisten Geld, wenn Menschen chronisch krank sind. Also gibt es seitens dieser Unternehmen kein Eigeninteresse daran, die Ursachen von Krankheiten zu beheben. Stattdessen lindern Ärzte lediglich Symptome, verschreiben teure Operationen oder unnötige Medikamente. Unzählige einfache und kostengünstige Heilmethoden werden nicht als solche anerkannt, gar nicht erst erforscht oder sogar verboten.

Wenn die Bewohner aber ihre Beiträge an die gemeindeeigene Gesundheitskasse bezahlen, kann die Gemeinde deren Überschüsse für Gemeinwohlprojekte einsetzen! Das bedeutet: Je gesünder die Menschen, desto mehr Geld hat die Gemeinde, um die Lebensqualität ihrer Bewohner zu fördern.
Die Gemeinde hätte in dem Fall also ein ureigenes Interesse an der Gesundheit der Menschen. In dieser Gemeinde würde das Motto gelten: Wer heilt, hat recht. Prävention und die Auflösung von Krankheitsursachen würden oberste Priorität haben.
Statt eines „Krankenhauses“ würde es in einer solchen Gemeinde schon bald ein Gesundheitszentrum mit ganzheitlich arbeitenden Heilkundigen geben. Auch die sogenannten „Corona“-Maßnahmen würden sofort gestoppt, da sie nicht der Gesundheit dienen. Stattdessen würden die Bewohner über ihre Möglichkeiten aufgeklärt, sich auf geeignetere Weise gesund zu erhalten. Außerdem würden Anreize geschaffen, um die entsprechenden Angebote zu schaffen (sauberes Wasser, Lebensmittel in Bioqualität uvm.)


In selbstverwalteten Gemeinden oder auch in Dorfprojekten und Lebensgemeinschaften der Zukunft könnte eine Vielzahl solcher sinnvoller Ideen umgesetzt werden. Die Lebensqualität und Zufriedenheit der Bewohner würde sprunghaft ansteigen, so dass diese Gemeinden zu Magneten für neue Bewohner, Unternehmen und Touristen würden.

Klar ist: Auf die ersten Gemeinden, die diesen Schritt gehen, werden höchstwahrscheinlich Vorwürfe und Anfeindungen zukommen. Also braucht es für diesen Schritt Mut und Pioniergeist.

Doch die Gemeinde, die als erste diesen Schritt wagt – und ihr/e Bürgermeister/-in – wird als leuchtendes Vorbild für viele Menschen in die Geschichte eingehen!

Ich finde das sehr spannend und bin neugierig, wann sich die erste Gemeinde traut 😃

Die genannten Möglichkeiten sind noch nicht sehr bekannt; also ist der erste Schritt, Bürgermeister und Gemeinderäte zu informieren (oder sich selbst zur Wahl zu stellen). Es gibt auch bereits Bürgermeister, die solche Dinge umsetzen wollen – doch natürlich braucht so etwas Vorbereitung…

Wie kann das funktionieren?

Die Selbstverwaltung einer Gemeinde (bzw. der Aufbau von entsprechenden Gemeinschaftsprojekten) braucht natürlich Vorbereitung.
Die Aufklärung und Schulung der Gemeindeverwaltung wird notwendig sein. Wichtig ist ein klares Konzept: Wie sollen die Zuständigkeiten in Zukunft geregelt werden? Wie wird was finanziert werden? Welche Institutionen, Gemeindebetriebe und Kooperationspartner sind notwendig?

Vor der Erklärung der Selbstverwaltung sollten die wichtigsten Institutionen vorbereitet werden, wie z.B. eine gemeindeeigene Bank und Gesundheitskasse.
Auch die Aufklärung der Bewohner braucht seine Zeit. Eventuell braucht es einen Einwohnerantrag oder einen Bürgerentscheid.

Du siehst: Einige Schritte sind zu gehen – doch es wird sich tausendfach lohnen.

Wer kann dich dabei unterstützen?

Die beschriebenen Schritte brauchen Zeit, juristische Kenntnisse, Mut und Pioniergeist! Die Unterstützung von tatkräftigen und kompetenten Gleichgesinnten ist beim Schritt in die Selbstverwaltung wichtig, ebenso wie bei der Gründung eines Dorfprojekts. Sicher gibt es in deiner Gemeinde eine Vielzahl von Menschen, die diesen Schritt mit Freude unterstützen werden – wenn sie erstmal verstehen, worum es geht und dass es wirklich möglich ist!

Nun könnte natürlich jede Gemeinde eigene Konzepte entwickeln, eine eigene Währung herausgeben und so das Rad neu erfinden. Möglich wäre das durchaus. Doch es würde lange dauern, und lauter unkoordinierte Einzellösungen erscheinen mir nicht unbedingt wünschenswert.

Zum Glück müssen Gemeinde-Pioniere gar nicht das Rad neu erfinden. Es gibt schon ein entsprechendes Geldwesen und ein neues Gesundheitswesen, welches schon seit Jahren praxiserprobt ist und das Gemeinden einfach nutzen können.
Auch Konzepte für die Organisation anderer Lebensbereiche existieren schon – z.B. für ein funktionierendes Rentenwesen ohne Schneeballsystem und Generationenvertrag.

Es stehen auch Menschen bereit, welche die Gemeindeverwaltungen bei dem Übergang gerne praktisch unterstützen, wenn das gewünscht ist.

Dabei handelt es sich um die Mitgestalter des Gemeinwohlstaates Königreich Deutschland (KRD). Hierbei handelt es sich nicht um „Reichsbürger“ und es ist auch kein rückwärtsgewandtes Herrschaftskonstrukt (auch wenn manche das vielleicht mit dem Namen assoziieren).
Es ist ein Zusammenschluss von Menschen, die genau das in die Tat umsetzen, was oben genannt ist: Ein neues Geldsystem und neue Organisations- und Entscheidungsstrukturen, die das Wohl von Mensch und Natur in den Vordergrund stellen – und echte Demokratie ermöglichen.

Das ist nicht nur Theorie – sondern völlig machbar: Wenn Menschen es tun. Ich sehe in dieser Initiative eine große Chance, um das menschliche Zusammenleben auf eine sinnvolle Art neu zu organisieren: Unter anderem, weil ich viele Mitwirkende persönlich kennengelernt habe – die ich für ihre liebevolle Klarheit und ihre eigenverantwortliche Tatkraft schätze.

Um echte Veränderung zu bewirken und nicht nur Altes in neuen Gewändern zu wiederholen, braucht es einen echten Bewusstseinswandel – und genau darauf basiert das Königreich Deutschland.

Die Verfassung des Gemeinwohlstaates

  • ist die rechtliche Grundlage und Wertebasis des Gemeinwohlstaates,
  • basiert auf den Schöpfungsgesetzen,
  • stellt das Wohl von Mensch und Natur in den Mittelpunkt,
  • definiert ein staatliches, zins- und schuldfreies Geldsystem,
  • stellt Gerechtigkeit über geschriebenes Recht,
  • stellt sicher, dass nur noch fähige und gemeinwohlorientiert handelnde Menschen in verantwortliche Positionen kommen.

Die Verfassung und die Institutionen des KRD können von allen Gemeinden, Dorfprojekten, Unternehmen und Einzelpersonen genutzt werden kann – so dass wir uns wie beschrieben „von unten“ neu organisieren können!

Wenn Gemeinden es wünschen, können sie gerne die Unterstützung des KRD in Anspruch nehmen und mit der Selbstverwaltung in dessen unabhängigen Rechtekreis eintreten. Dann gilt dort dessen gemeinwohlorientierte Verfassung, die deutlich mehr Mit- und Selbstbestimmung ermöglicht, als es derzeit in der BRD der Fall ist.

Wenn immer mehr Gemeinden sich der neuen Rechtsordnung anschließen, und/oder immer mehr Dorfprojekte in diesem Rechtsrahmen eintreten, kann die alte (Un-)Ordnung mit der Zeit durch die neue, bessere ersetzt werden.

Informationsquellen

Wenn du einen Einblick gewinnen möchtest, wie das Leben in einem Dorfprojekt oder einer selbstverwalteten Gemeinde im KRD aussehen kann, empfehle ich das Buch „Mein Besuch in einer besseren Welt“!

Einen Überblick darüber, was der neue Gemeinwohlstaat tut und warum, gibt es in diesem Artikel.

Viele Antworten auf häufige Fragen findest du in der FAQ des Königreiches. Im Abschnitt 3 findest du Informationen rund um das neue Geldsystem, welches eine wirklich gemeinwohlorientierte und kooperative Wirtschaft ermöglicht.

Weiterhin empfehle ich den einführenden Vortrag von Peter, der das KRD 2012 gegründet hat.

Einen konkreten Einblick in die Möglichkeiten der Gemeindeselbstverwaltung findest du auf dieser Webseite.

Ein Arbeitsseminar und ein Handbuch für Menschen bzw. Aktionsgruppen, die ihre Gemeinde umgestalten wollen, ist hier zu finden.

Außerdem finde ich das Buch „Endzeit 2020 – Geburtswehen eines neuen Zeitalters interessant, um die Hintergründe des Weltgeschehens besser zu verstehen und daraus konkrete Handlungsoptionen für unsere Zukunft abzuleiten.

Ich freue mich darauf, dass schon bald Menschen den Mut finden werden, Visionen für eine lebenswerte Zukunft in ihrer Gemeinde in die Tat umzusetzen!

…und ich freue mich natürlich auch über Rückmeldungen, Fragen und konstruktive Kommentare 🙂






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Manuela
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Manuela Kuhar

Manuela Kuhar

Dies ist ein Blog rund um gesellschaftlichen Wandel und Transformation. Er richtet sich an Gemeinschaftssuchende und -Gründer,
an Menschen, die Alternativen zu Vereinsamung, Leistungs- und Konsumwahn suchen;
sowie alle, die mit Herz und Hand positiven Wandel bewirken wollen.

Zu meinem Hintergrund: Ich habe einige Jahre lang als (Wissenschafts-) Journalistin gearbeitet. Seit einigen Jahren habe ich mich von vielen Systemstrukturen unabhängig gemacht, erforsche insbesondere Gemeinschaften und Ökodörfer als Vorreiter eines neuen menschlichen Miteinanders, und tue das, was meinen Werten und Überzeugungen entspricht.

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