Warum Geld die Welt regiert – und wie es anders gehen kann! Teil 2

geld scheine münzen

Wie funktioniert eigentlich unser Geldsystem, welche Auswirkungen hat es, und welche anderen Möglichkeiten gibt es?

Im ersten Teil dieser Serie ging es um Zinsen, Schulden und die Art und Weise, wie private Banken Geld schöpfen. Weiterhin habe ich verschiedene zinsfreie Währungen der Zukunft vorgestellt, insbesondere die E-Mark, die ich bereits immer mehr verwende.

Hier geht es weiter mit folgenden Eigenschaften unseres Geldsystems: Steuern, fehlende Deckung / Inflation, Privateigentum, und Überwachung.

4. Steuern

Viele Menschen denken, dass Steuern notwendig seien, um Infrastruktur und Gemeinwohlprojekte zu finanzieren, und dass es deswegen egoistisch sei, keine Steuern zu zahlen.

Doch das ist nicht der Fall. Denn:
Über 80% der Steuern fließen in Form von Zinsen und Schulden zu (privaten) Bankkonzernen zurück. (Quelle)
Auch der Rest wird zum allergrößten Teil für Gemeinwohlschädliches verwendet (Militär, Subventionen von Monokultur-Landwirtschaft etc…) oder sinnlos verschwendet.
Selbständigkeit (Eigenverantwortung) wird durch die heutige Art der Besteuerung erschwert und Anstellung (Abhängigkeit) gefördert.
Steuern dienen nur dazu, das Verhalten von Menschen zu steuern. Es gibt geeignetere Möglichkeiten, Infrastruktur und Gemeinwohlprojekte zu finanzieren – mehr dazu im Artikel über die E-Mark.

5. Fehlende Deckung / Inflation

Heutzutage wird Geld unkontrolliert in großen Mengen geschöpft. Es ist viel mehr Geld im Umlauf als reale Sachwerte vorhanden sind, d.h. Geld ist durch nichts „gedeckt“.
Im Zusammenhang mit dem Zinssystem führt das zu Inflation und „Blasen“; ständige Wirtschaftszusammenbrüche sind geradezu vorprogrammiert.

6. Privateigentum von Land und natürlichen Ressourcen

Der gesunde Menschenverstand sagt es eigentlich schon: Die Erde und ihre Schätze können niemandem gehören. Trotzdem können im derzeitigen Wirtschaftssystem einzelne Menschen oder Konzerne Eigentum an Land und natürlichen Ressourcen haben: Sogar weit mehr, als sie für den Eigenbedarf brauchen würden. Das heißt, diese Eigentümer haben die Macht, andere Menschen von der Nutzung des Landes oder dessen Ressourcen auszuschließen, auch wenn sie selbst diese gar nicht brauchen und andere Not leiden. Das Gleiche gilt für Wohnraum.
Das führt zu vielerlei Problemen.
– Kleinbauern verlieren ihre Existenz und Menschen hungern, weil Großkonzerne auf einst fruchtbaren Flächen Monokulturen anlegen und die Erträge in andere Länder exportieren.
– Menschen finden keinen Wohnraum, obwohl es eigentlich genug gäbe.
– Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, weil Konzerne wie Nestlé Quellen aufkaufen und abschotten.
usw.

Mein Fazit: In einer zukünftigen, wirklich menschenwürdigen Gemeinschaft kann es kein Privateigentum an Land und natürlichen Ressourcen geben – zumindest nicht über den Eigenbedarf hinaus.

Wie es anders gehen kann, leben viele Gemeinschaften und Dorfprojekte schon heute vor, indem sie z.B. Land gemeinsam bewirtschaften, und indem sie gemeinsam über die Nutzung von Land, Ressourcen oder auch Wohnraum entscheiden.
Immer bekannter wird auch die Idee der Commons: Das sind sind Produkte und Ressourcen (Wissen, Software, Nahrung, Energiequellen, Wasser, Land, Zeit u. a.), die gemeinsam, selbstorganisiert und bedürfnisorientiert hergestellt, gepflegt und genutzt werden.
Beispiele: Allmenden, Open Source Software, Genossenschaften, Kollektive… Mehr Infos zu Commons gibt es z.B. hier.

Manche Gemeinschaften gehen noch weiter, indem sie Gemeinsame Ökonomie praktizieren: Das bedeutet, dass die Mitglieder einer Gemeinschaft ihre Ressourcen und Einkünfte in einen Topf fließen, den alle nutzen können bzw. aus dem sämtliche Bedürfnisse bezahlt werden. Manche Gemeinschaften praktizieren auch eine Vermögensökonomie, d.h. auch Spareinlagen, Erbe etc. werden kollektiviert. Hier habe ich noch etwas zum Thema gemeinsame Ökonomie geschrieben (kurz), und hier ist noch ein längerer Erfahrungsbericht zum Thema.

7. Überwachung und Verhaltenssteuerung


Menschen, die das wirtschaftliche und politische System zum Positiven verändern möchten bzw. etwas Neues aufbauen möchten, erleben jetzt schon immer wieder Willkürmaßnahmen wie z.B. die Sperrung ihres Kontos.
In absehbarer Zeit sind Wirtschaftsreformen geplant, z.B. Bargeldabschaffung und digitales Zentralbankgeld,
mit denen noch viel mehr Verhaltenskontrolle möglich wird: Denn so ist keine wirtschaftliche Handlung mehr frei von Überwachung. Digitales Geld kann leicht programmiert werden, so dass es z.B. nur für bestimmte Zwecke eingesetzt werden kann. Auch ein soziales Punktesystem, wie es jetzt schon in China praktiziert wird, ist mit digitalem Zentralbankgeld leicht umsetzbar. Die Möglichkeiten der totalen Diktatur, die das Zentralbankgeld bietet, sind hier kurz zusammengefasst.

Was können wir angesichts dieses Schlamassels tun?

Ich weiß nicht wie es euch geht … doch ich kann es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, diesen Wahnsinn weiter zu unterstützen.
Nun höre ich schon die Frage: Was sollen wir denn um Himmels willen machen?!

Klar kommen wir aus diesem Schlamassel nicht von einem Tag auf den anderen raus. Doch darauf zu hoffen, dass Politiker zur Vernunft kommen könnten, oder dass uns irgendwer retten könnte, wäre naiv. Wenn wir etwas verändern wollen, geht das nur, indem wir Eigenverantwortung übernehmen und anders handeln.
Jeder Einzelne kann jetzt dazu beizutragen, dass die Wirtschaft schon bald dem Wohl von Mensch und Natur dient statt Profit- und Machtinteressen.

Wir können so viele Produkte und Dienstleistungen wie möglich außerhalb der Zinswirtschaft verfügbar machen…
…auf Schenk- und Tauschbasis…
…oder im Austausch für eine zins- und schuldfreie Währung wie der E-Mark…
…indem wir regionale Netzwerke aufbauen…
…und/oder Onlineplattformen nutzen…
…und am besten: Gemeinschaften bilden, Ressourcen teilen und sich Schritt für Schritt immer mehr selbständig und regional versorgen!

Weitere Möglichkeiten, was Du tun kannst, habe ich in diesem Artikel zusammengestellt!




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Herzensgrüße,
Manuela
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Manuela Kuhar

Manuela Kuhar

Dies ist ein Blog rund um gesellschaftlichen Wandel und Transformation. Er richtet sich an Gemeinschaftssuchende und -Gründer,
an Menschen, die Alternativen zu Vereinsamung, Leistungs- und Konsumwahn suchen;
sowie alle, die mit Herz und Hand positiven Wandel bewirken wollen.

Zu meinem Hintergrund: Ich habe einige Jahre lang als (Wissenschafts-) Journalistin gearbeitet. Seit einigen Jahren habe ich mich von vielen Systemstrukturen unabhängig gemacht, erforsche insbesondere Gemeinschaften und Ökodörfer als Vorreiter eines neuen menschlichen Miteinanders, und tue das, was meinen Werten und Überzeugungen entspricht.

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2 Antworten

  1. Liebe Manuela,
    wenn man sich ein bisschen umschaut, findet man viele, die sich Gedanken über eine nachhaltige und ökologische Lebensweise machen. Manche gehen auch noch weiter und können sich ein Leben ohne Geld vorstellen. Aber wie kommt man dahin? Es handelt sich um Menschen, für die es selbstverständlich ist, grüne Parteien zu wählen und das sind zwischen 10 und 25% der Bevölkerung.
    Unser Wirtschaftssystem ist die Marktwirtschaft, deren Grundprinzip auf Wachstum beruht. Das war für viele Jahre gut, weil es uns zum heutigen Wohlstand geführt hat. Da die Marktwirtschaft aber auf gegenseitigem Betrug basiert, um gute Geschäfte machen zu können, ist eine gerechte Verteilung des Wohlstandes nicht vorgesehen.
    Wenn einige Menschen versuchen, im herrschenden Wirtschaftssystem eine alternative sparsame Lebensweise zu führen, muss trotzdem genug Wachstum generiert werden und das System wird sich dieses Wachstum von den restlichen 75% der Menschen holen.
    Wenn wir also nicht nur an uns denken wollen sondern auch an die Menschen im globalen Süden und an die Auswirkungen des Wachstums auf das Klima, die Verschmutzung der Meere und die Vernichtung der Artenvielfalt, dann wird uns nichts anderes übrig bleiben, als die Verantwortung zu übernehmen und das System zu ändern. Ich habe lange darüber nachgedacht und ich glaube, der einzige Weg dazu ist, wenn wir das Geld auf der ganzen Welt mit einem Schlag abschaffen. Nur dann können wir das Wachstum stoppen, weil Investitionen dann gratis sind.
    Wenn wir gut motiviert sind und unser Verhalten beim Verschwinden des Geldes nicht im geringsten verändern, also weiterhin wie gewohnt auf Arbeit gehen und nur das aus den Geschäften (kostenlos) mitnehmen, was wir auch normalerweise mitnehmen würden, würde das Verschwinden des Geldes gar nicht auffallen. Es würde eigentlich viel weniger Disziplin von uns erfordern als das Tragen des Mund- und Nasenschutzes seit einem Jahr auf der ganzen Welt. Und da wir danach alles gratis bekommen, hätte wirklich niemand einen Nachteil dadurch. Enteignungen muss es nicht geben da man mit Eigentum keinen Schaden mehr anrichten kann, weil es ja auch keinen Profit mehr gibt. Also mit der Herstellung von Waffen oder mit Mietwucher würde man nichts verdienen können, also wird es das und viele andere negative Dinge nicht mehr geben.
    Erreichen könnten wir die Abschaffung des Geldes mit einer weltweiten Abstimmung über eine totale Geldentwertung.
    Dieser Moment wäre der Startpunkt, von dem an die Gier verschwindet und sich die Menschheit hin zu einer solidarischen planetaren Zivilgesellschaft entwickelt. Alles wäre dann möglich.
    Unsere Verantwortung, um das System zu ändern würde nur darin bestehen, diese Idee zu verbreiten.
    Weitere Informationen sind auf der Website https://letusbe.one.
    Viele Grüße
    Eberhard

    1. Hallo Eberhard,

      nette Idee, doch es ist eine komplette Illusion zu glauben, dass das einfach mal so geht. Die Voraussetzungen dafür sind nicht gegeben. Um eine geldfreie Gesellschaft zu erschaffen, sind erstmal bestimmte Vorarbeiten notwendig.
      Die Sache ist folgende: Das komplette politische und wirtschaftliche System (inklusive Medien, die diese Idee verbreiten könnten) dient Macht- und Profitinteressen statt dem Gemeinwohl.
      Das gilt für die Medien (die eine solche Idee in den Dreck ziehen würden, da sie Profitinteressen entgegensteht), das Bildungssystem (das Menschen systematisch dumm und abhängig hält), sowie sämtliche Entscheidungsstrukturen und Institutionen. Skrupellose, psychopathische Menschen kommen bevorzugt in Machtpositionen – das sieht man überall in Politik, Medien und Großkonzernen.

      Das bedeutet, dass innerhalb des bestehenden Systems keine Chance besteht, diese Idee überhaupt bekannt zu machen, da die Systemmedien sie verschweigen oder lächerlich machen würden.
      Und wenn die Idee weiträumig bekannt würde, würde die verdummte Menschenmasse sich dagegen entscheiden, da sie von Medien und Bildungssystem gezielt in Angst und Autoritätshörigkeit gehalten wird.
      Und selbst wenn viele Menschen irgendwann dafür wären, hätten die bestehenden Institutionen und Entscheidungsträger keine Motivation, die Idee umzusetzen, sondern würden sich weiter dagegen stellen. Man sieht ja, wie viele Wahlversprechen heutige Politiker in die Tat umsetzen. Also ist es völlig irrational zu glauben, dass das bei einer weltweiten Abstimmung anders wäre.

      Die Vorstellung, dass wegen einer Volksabstimmung plötzlich auf der ganzen Welt etwas passieren könnte, was dem Gemeinwohl dient statt Machtinteressen, widerspricht aller Logik und allen Erfahrungen.
      (Wahrscheinlich glaubt niemand von meinen Lesern noch daran, dass die Regierungen mit der weltweiten Einführung von „Coronamaßnahmen“ das Wohl der Menschheit im Sinne hatten. Falls sich doch irgendwie jemand hierher verirrt haben sollte, der solche Märchen glaubt… na dann wünsche ich gute Besserung! )

      Das bedeutet: Um zu einer geldfreien Welt zu gelangen, braucht es erstmal einen grundlegenden Systemwechsel, das bedeutet: Die Errichtung von wirtschaftlichen und politischen Strukturen und Institutionen (Entscheidungsstrukturen, zinsfreies Geldsystem, erneuertes Gesundheitssystem, erneuerte Bildung, wahrhaftige Medien etc.) die dem Gemeinwohl dienen statt dem Profit.
      So können Menschen ihre Angst loslassen und sich wieder an den Gedanken gewöhnen, dass das Leben Fülle und Freiheit bedeutet statt Mangel und Unfreiheit.
      Das kann zunächst in einer Art „Parallelgesellschaft“ geschehen, also in einem wachsenden Netzwerk von Gemeinschaften, Dörfern, Gemeinden und Städten.
      Wenn dies genug Menschen inspiriert und zu einem Bewusstseinswandel ermutigt, kann daraus eine Entscheidung für eine geldfreie Welt erwachsen.

      Es gibt bereits eine Organisation, die solche Strukturen errichtet und damit einen echten Systemwechsel und Bewusstseinswandel ermöglicht. In diesem Artikel stelle ich sie vor: https://beruehrungs-punkte.info/in-welcher-welt-willst-du-leben/

      Viele Grüße!
      Manuela

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