Kontaktaufnahme zu Gemeinschaften – wie kann’s gehen?

Share on facebook
Share on whatsapp
Wie nimmst du am besten Kontakt mit einer "alternativen" Lebensgemeinschaft auf? Hier gibt's Tipps aus persönlicher Erfahrung...

Angenommen, du willst keine neue Lebensgemeinschaft gründen, sondern dich einem existierenden Ökodorf oder einer Kommune oder einem anderen „alternativen“ Gemeinschaftsprojekt anschließen. Wenn du nun eine Gemeinschaft ausfindig gemacht, die dich interessiert – z.B. mithilfe dieser Tipps – dann heißt es: Kennenlernen! 

Ein erster Besuch

Schön wär’s, wenn man einfach bei Gemeinschaften klingeln könnte und mit offenen Armen empfangen würde. Manchmal klappt das 😉 doch generell ist es schlauer, zu einer Zeit zu kommen, wenn die Bewohner auf Besuch vorbereitet sind. Schau dich auf der Webseite der Gemeinschaft um: Vielleicht gibt es regelmäßige öffentliche Führungen, einen Tag der offenen Tür oder ein Infowochenende, oder eine Veranstaltung, die dich interessiert? Oder du machst vorher per Mail oder telefonisch einen passenden Besuchstermin aus.

Kennenlernen als Gasthelfer*in

Für einen ersten Eindruck kann ein Kurzbesuch erstmal reichen. Doch damit beide Seiten einschätzen können, ob ihr wirklich zueinander passt, solltest du dich auf mehrere Wochen Kennenlernzeit einstellen. Natürlich kannst du auch mehrmals kürzer vorbeikommen. 
Am besten kannst du dich in die Gemeinschaft „einfühlen“ und Kontakte knüpfen, wenn du für eine Weile vor Ort mit lebst und bei alltäglichen Arbeiten mithilfst. Frage also am besten, wann du als Gasthelfer*in vorbeikommen kannst. Das kann manchmal schnell gehen, und in anderen Fällen kann es ein paar Wochen oder Monate dauern, bis das klappt. Und manche Gemeinschaften empfangen erstmalige Gasthelfer*innen nur zu bestimmten Zeiten, und dann gleich mehrere auf einmal.

Oft sind solche Aufenthalte kostenlos, doch bitte erwarte das nicht! Bedenke: Der Einsatz von Gasthelfer*innen ist für die Gastgeber nicht planbar, und insbesondere bei kurzen Aufenthalten (bis zu ca. einer Woche) bedeuten Mithelfende eher einen Mehraufwand für die Gastgeber. Deswegen freuen sich viele Gemeinschaften über einen finanziellen Beitrag zu den Unkosten, auch wenn du mithilfst.
Wenn du handwerkliche Fähigkeiten hast, kann das durchaus anders aussehen 😉

So oder so: Wichtig ist auch, vor dem Aufenthalt zu klären, wie viele Stunden du täglich bzw. pro Woche mithelfen möchtest bzw. wie viel die Gemeinschaft sich wünscht. Viele Gastgeber sind da ganz flexibel, und einige nicht, aus guten Gründen.

Die Probezeit

Angenommen, dir gefällt es bei einer Gemeinschaft und du möchtest dich dort niederlassen: Erstmal herzlichen Glückwunsch!
Der nächste Schritt ist in vielen Fällen eine Probezeit. Diese kann einige Wochen oder Monate dauern, oder auch 1-2 Jahre. Währenddessen bekommst du persönliche Begleitung durch erfahrene Mitglieder, lernst die Entscheidungsprozesse und andere Interna der Gemeinschaft kennen, und bekommst (hoffentlich) auch hin und wieder Feedback und die Gelegenheit, selbst Feedback zu geben. Erst gegen Ende der Probezeit entscheiden die Mitglieder und du über deinen Einstieg in die Gemeinschaft.

Hört sich das wie ein langer komplizierter Prozess an?
Nun… das mag sein, doch dieses Vorgehen hat gute Gründe. Schließlich bedeutet gemeinschaftliches Leben für die meisten Menschen hierzulande eine sehr große Umstellung… und diese braucht Zeit.

Ich wünsche dir / euch alles Gute dabei!

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, teile ihn gerne!
Auch Fragen und Anmerkungen sind herzlich willkommen -
in den Kommentaren, per Mail oder Facebook.

Herzensgrüße,
Manuela
Share on facebook
Share on whatsapp
Manuela Kuhar

Manuela Kuhar

Seit November 2018 besuche ich Ökodörfer und andere "alternative" Lebensgemeinschaften.
Dies ist ein Blog für Gemeinschafts-Suchende und -Gründer,
für Menschen, die Alternativen zu Vereinsamung, Leistungs- und Konsumwahn suchen,
sowie alle, die mit Herz und Hand positiven Wandel bewirken wollen…

Du kannst diesen Blog unterstützen! 

Jede Spende hilft, diese Webseite zu einer hilfreichen Plattform auszubauen, wo Gemeinschafts-Suchende und Gründer Informationen und Erfahrungsberichte finden und teilen :-)
Ganz vielen Dank!

Hinterlasse einen Kommentar

5000
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Das könnte Dich auch interessieren:

Kommunen: Leben in der Utopie?

Was ist eine Kommune? Sind alle Kommunen politisch? Wie kann gemeinsame Ökonomie funktionieren, und wieso sind viele Kommunen unfreiwillig elitär? Darum geht es in diesem Beitrag…

Möchtest du mit reisen – per Email?

Du bekommst 1-2x pro Monat eine Email mit Erfahrungsberichten, Tipps und Inspirationen aus verschiedenen Gemeinschaften. 

Du kannst dich jederzeit aus dem Newsletter austragen.
Ansonsten gilt die Datenschutzerklärung.